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zertifiziert bis 07/2016

Röntgenuntersuchung

Was ist eine Röntgenuntersuchung?

Eine Röntgenuntersuchung ist die bildliche Darstellung unterschiedlicher Körperregionen und -gewebe mit Hilfe von Röntgenstrahlen. Die Röntgenstrahlen wurden 1895 von dem deutschen Physiker Wilhelm Konrad Röntgen bei einem seiner Experimente zufällig entdeckt.

Wie funktioniert eine Röntgenuntersuchung?

Das Prinzip dieser Untersuchungsmethode beruht auf der Anwendung von Röntgenstrahlen. Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen. Sie entstehen in einer Röntgenröhre. Diese besteht aus einer Glühkathode und einer Anode. Durch das Anlegen von Spannung zwischen Kathode und Anode werden die aus der Glühkathode austretenden Elektronen in Richtung Anode beschleunigt. Die Elektronen prallen nun auf die Anode. Dabei entsteht Röntgenstrahlung.

Das zu untersuchende Gewebe wird zwischen Röntgenröhre und Röntgenfilm positioniert. Die Röntgenstrahlung, die durch das Gewebe tritt, schwärzt den Röntgenfilm. Dabei ergeben sich durch die unterschiedliche Strahlenabsorption im Gewebe natürliche Kontraste. Weiches Gewebe wie Fett, Muskeln und Haut absorbiert wenig Strahlung. Hartes Gewebe wie Knochen absorbiert dagegen viel Strahlung und hinterlässt dadurch einen weißen Schatten auf dem Röntgenbild.

Durch Anwendung von Röntgen-Kontrastmitteln entstehen künstliche Kontraste auf dem Röntgenbild . Mit Hilfe dieser Kontrastmittel lassen sich Hohlräume wie der Verdauungstrakt, aber auch Gefäße deutlich hervorheben und dadurch besser untersuchen. Kontrastmittel sind nötig, um die Dichte bestimmter Strukturen zu erhöhen und diese dadurch deutlich sichtbar zu machen. Dies wird dann auf dem Röntgenbild als Schwarzweiß-Kontrast dargestellt.  

Auch die Mammographie gehört zu den Röntgenuntersuchungen.

 

Wann wird eine Röntgenuntersuchung notwendig?

Das Röntgenverfahren findet breite Anwendung in der Medizin. Folgende Röntgenuntersuchungen sind wichtig:

  • Die Thoraxübersicht: Das ist die bildliche Darstellung des Brustkorbs (Thorax). Hier können Zwerchfell, Lungen, Herz und das Skelett auf dem Röntgenbild beurteilt werden. Dem Arzt ist es auf diese Weise möglich, z.B. eine Lungenentzündung, Tumorerkrankung der Lunge, Herzvergrößerung oder einen Bruch (Fraktur) im Bereich der Rippen erkennen.
  • Die Abdomen-Übersichtsaufnahme, also die bildliche Darstellung der Bauchregion (Abdomen): Dabei können auf dem Röntgenbild beispielsweise freie Luft im Bauchraum, Verkalkungen, Tumore und Zysten nachgewiesen werden.
  • Die Röntgenuntersuchung des Skeletts, mit bildlicher Darstellung von degenerativen Veränderungen, Osteoporose, Knochenbrüchen, Tumorerkrankungen und Gelenkveränderungen
  • Die Röntgendurchleuchtung zum Erkennen funktioneller Veränderungen des Verdauungstrakts, zur Klärung unklarer Veränderungen der Lunge, bei chirurgischen Eingriffen wie z.B. Knochennagelungen oder zur Positionierung eines Kunststoffschlauches (Katheter) bei angiographischen Untersuchungen.
  • Zudem können durch Anwendung von Röntgen-Kontrastmitteln der Magen-Darm-Trakt, die Nieren und ableitenden Harnwege, die Gallenwege und Blutgefäße besser sichtbar gemacht und somit beurteilt werden.

Wie läuft eine Röntgenuntersuchung ab?

Bei einer Röntgenuntersuchung, z.B. vom Brustkorb, muss der Patient Kleidung und Halskette ablegen. Dann wird er zwischen Röntgenröhre und Röntgenfilm positioniert. Während der Röntgenaufnahme, die nur einige Sekunden dauert, darf sich der Patient nicht bewegen, denn selbst kleinste Bewegungen führen zu einer verwackelten Aufnahme.

Meist werden mehrere Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Einfallswinkeln benötigt. Dadurch kann der Arzt Strukturen besser nachvollziehen. Zwischen der Anfertigung verschiedener Aufnahmen wird der Patient durch einen Röntgenassistenten umgelagert. Sind alle gewünschten Aufnahmen erstellt, werden die Röntgenbilder entwickelt und schließlich von einem Radiologen beurteilt.

Welche Komplikationen können bei einer Röntgenuntersuchung auftreten?

Bei Verabreichung von Kontrastmitteln können in seltenen Fällen allergische Reaktionen gegen das Mittel auftreten. Demgegenüber treten bei Röntgenuntersuchungen ohne Kontrastmittel in der Regel gar keine Komplikationen auf.

Die Strahlendosis bei einer einfachen Röntgenuntersuchung ist im Vergleich zur natürlichen Strahlung, der der Körper das ganze Jahr über ausgesetzt ist, sehr gering. Doch jede zusätzliche Röntgenaufnahme erhöht die Strahlenbelastung des Körpers. Deshalb wägt der Arzt vor jeder Röntgenuntersuchung deren Nutzen ab. Man sollte aber bedenken, dass selbst bei vielen Röntgenaufnahmen innerhalb kurzer Zeit das Gesundheitsrisiko einer nicht erkannten Krankheit meistens wesentlich größer ist.

Welche alternativen Untersuchungen können durchgeführt werden?

Ein alternatives Verfahren zur bildlichen Darstellung des Bauchraums und dessen Organen ist die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie).

Dabei kann auch die Computer-Tomographie (CT) eingesetzt werden, die außerdem noch zum Erkennen von Erkrankungen im Brustkorb oder von Gefäßen dient.

Die Kernspin-Tomographie (Magnet-Resonanz-Tomographie, MRT) kommt vor allem bei orthopädischen und neurologischen Fragestellungen zum Einsatz.

In Kombination mit anderen Untersuchungen unterstützt die Röntgenuntersuchung oft das Erstellen einer Diagnose. Beispielsweise kann eine Lungenentzündung mit Hilfe von zwei Thorax-Übersichtsaufnahmen und einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden.
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