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zertifiziert bis 07/2016

Nuklearmedizin / Szintigraphie

Was ist die Szintigraphie?

Die Szintigraphie ist eine nuklearmedizinisch Untersuchung, bei der Radionuklide in den Körper eingebracht werden. Radionuklide sind instabile Atomkernarten, die radioaktive Strahlung aussenden, wenn sie sich in andere stabilere Atomkerne umwandeln. Solche Radionuklide können sowohl in der Natur vorkommen als auch künstlich erzeugt werden.

Wir verwenden i. a. das relativ kurzlebige 99m-Technetium (99m-Tc, Halbwertszeit 6 Stunden).

 

Wie funktioniert die Szintigraphie?

Nach der Verabreichung spezieller Radionuklide reichern sich diese im zu untersuchenden Organ oder Gewebe an. Die kurzlebigen Radionuklide senden Gamma-Strahlung aus, wenn sie in ihren stabilen Grundzustand übergehen. Die Aktivitätsverteilung, also die räumliche Verteilungsdichte der aus dem Körper austretenden Gamma-Strahlung kann als Bild im Szintigramm dargestellt werden. Die Registrierung der Gamma-Strahlung erfolgt mit einer Gammakamera.

Mit der Gamma-Kamera können Funktionsvorgänge im Körper gut dargestellt werden. Hierbei werden mehrere Detektoren gleichzeitig eingesetzt. Sie liefert bis ein Bild pro Sekunde. Auf diese Weise kann eine ganze Serie von Szintigrammen erstellt werden.

Ein Szintigramm ist in der Regel ein  Farbbild, dabei werden die verschiedenen Aktivitätsstufen unterschiedlichen Farben zugeordnet, z.B. steht Rot für viel Aktivität.

 

Wozu dient die Szintigraphie?

Mit Hilfe der Szintigraphie können Erkrankungen vieler Organe des Körpers diagnostiziert werden. Häufig werden Schilddrüse, Skelett, Lunge, Herz und Nieren auf folgende Krankheiten untersucht:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Dabei werden zu viele Schilddrüsenhormone freigesetzt, wie z.B. bei Morbus Basedow oder einer Autonomie.
  • Bösartige Tumore der Schilddrüse (Karzinome)
  • Nachweis bzw. Ausschluss von Metastasen des Skeletts: Metastasen sind Tochtergeschwülste eines bösartigen Tumors.
  • Entzündliche Veränderungen des Skelettsystems
  • Verdacht auf frische Knochenbrüche, wenn der Befund des Röntgenbilds fraglich ist.
  • Untersuchung der Lungendurchblutung (Perfusions-Szintigraphie): Dies geschieht beim Verdacht auf eine Lungenembolie. Eine Embolie ist ein Gefäßverschluss, der durch einen abgeschwemmten Blutpfropf (Thrombus) entsteht.
  • Untersuchung der Herzdurchblutung beim Verdacht auf Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK) oder zur Therapiekontrolle nach einer Herzkranzgefäßerweiterung (PTCA)
  • Untersuchung der Nierendurchblutung zum Nachweis bzw. Ausschluss einer Verengung der Nierenarterie (Nierenarterienstenose)
  • Seitengetrennte Untersuchung der Nierenfunktion und des Harnabflusses
  • Speicheldrüsenszintigramm z. B. bei chronisch trockenem Mund